Nelou ist eine Plattform, auf der junge Designer und Designerinnen ihre Kollektionen der Öffentlichkeit präsentieren können. Zugleich bietet die Mode-Plattform ihren Kunden sowohl die Möglichkeit sehr individuelle Kleidung zu kaufen, als auch die Designer hinter ihren Kleidungsstücken kennen zu lernen.
NB: Beschreib noch einmal kurz in einem Satz, was Nelou macht.

Nelou-Team
RH: Nelou ist eine Plattform für Modedesigner, die ihre Kreationen weltweit verkaufen wollen und für Konsumenten, die keine Lust haben ihren Stil von Trends diktiert zu bekommen. Nelou ermöglicht, dass Mode sich wirklich demokratisiert. Auf Nelou.com lernt man durch unser Videokonzept nicht nur die Kollektion der Designer kennen, sondern auch die Personen hinter einem Label.
NB: Wie ist euer Unternehmen entstanden?
RH: Modedesigner kommen mit einer fertigen Kollektion aus der Uni und haben dann keine Möglichkeit einfach und schnell ihre Entwürfe zu verkaufen. Dieser Talentpool ist demnach unerschlossen. Alle Kreativität landet irgendwo auf dem Dachboden. Da aber die Nachfrage immer individueller und weniger brandlastig wird, haben wir beschlossen eine Plattform zu schaffen, die es Designern ermöglicht gefunden zu werden – und das weltweit. Die Nachfrage nach solch einer Plattform ist riesengroß ebenso wie die nach den Talk Shows.
NB: Wer steckt genau hinter Nelou?
RH: Regine Harr – 29 Jahre
• BA Philosophy & Economics (Bayreuth 2005) – Auslandssemester Südafrika
• LLM Law & Economics (EMLE 2006) – Rotterdam, Bologna, Berkley
• 2006- 2009: Jefferies – Investment Banking – Mergers & Acquisition – London
• 2009: Grameen Bank – Micro Financing Training in Bangladesh
• 2010: nelou.com
NB: Was war bisher das beeindruckendste Erlebnis, euer größter Erfolg?
RH: Die Nachfrage der Designer ist wirklich enorm und kommt aus der ganzen Welt, was sehr motivierend ist. Vor zwei Wochen waren wir auf der London Fashion Week und haben dort in drei Tagen 26 Designer interviewt. Das macht unheimlich viel Spaß. Wir sind im direkten Kontakt mit den Designern und lernen verstehen was die Designer brauchen und wollen. Es ist faszinierend, mitzuerleben wie diese Designer wachsen und wie deren Kollektionen ankommen. Wir haben mit Designern gesprochen, die mit Lady Gaga, Katie Melua, Chicks on Speed, Moby, u.v.m. zusammen gearbeitet haben. Das ist unglaublich spannend. Darüber hinaus ist es aufregend mehr und mehr Anfragen von verschiedenen Plattformen zu bekommen die unseren Inhalt so gut finden, dass sie gern mit uns zusammen arbeiten wollen, wie MySpace, Sevenload und Youtube. Das freut uns natürlich ganz besonders, da wir hoffen über diese Plattformen bekannt zu werden und unseren Invideo-Shop einbinden zu können.
NB: Was waren die größten Herausforderungen oder die größte Niederlage/ Zweifel?

Nelou-Teaser
RH: Eine Herausforderung ist das Fertigstellen der Plattform. Da wir nicht noch eine x-beliebige Shoppingplattform ins Leben rufen wollen, sondern den Designern eine Anlaufstelle für ihre sozialen Aktivitäten im Netz bieten wollen, standen wir vor neuen Aufgaben und Herausforderungen. Aber wir sind jetzt so weit, dass wir die Designer auf die Plattform lassen können. Jetzt ist es wichtig, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen, um für das notwendige Aufsehen sorgen zu können.
NB: Wodurch unterscheidet ihr euch von anderen Ecommerce Unternehmen/ ganz konkret euren Mitbewerbern? Was macht ihr besser?
RH: Vergleichbare Plattformen sind Dawanda oder Etsy, die aber nicht gezielt auf Designer ausgerichtet sind, und auf denen Designer sich nicht so gerne wiederfinden möchten. Des weiteren sind wir einzigartig in unserer Herangehensweise mit Videos. Die Talk Shows/ Interviews sind für uns ein wichtiges Element, denn wir glauben, dass das Kennenlernen der Designer zukünftig immer wichtiger wird, wie es in der Musik- und der Filmindustrie schon immer gang und gäbe ist.
NB: Was glaubt ihr, macht euren Erfolg aus?
RH: Ganz wichtig ist uns Authentizität. Wir versuchen nicht zu konkurrieren, wir versuchen zu kooperieren. Wir sprechen mit allen, die mit uns zusammen arbeiten wollen, seien es auch ähnliche Plattformen, wie www.gestyled.com. Wir versuchen nicht glamourös zu sein, sondern wir wollen Mode allen Menschen zugänglich machen. Deswegen sind unsere Interviews beispielsweise nicht Fashion für Fashion Leute, wie sonst viele Magazine, sondern es geht um Unterhaltung. Darüber hinaus geht es uns ganz klar darum, den Designern eine Plattformen zu bieten die es ihnen wirklich ermöglicht, ihre Kollektion zu verkaufen und die nicht wieder eine Fashion/Kunst-Plattform ist.
NB: Was braucht ihr, um noch erfolgreicher zu werden?
RH: Der nächste Schritt wird sein, dass wir uns um eine Finanzierung kümmern. Außerdem brauchen wir viel Pressearbeit und gute Kooperationen.
NB: Was habt ihr euch für Ziele für die nächsten fünf Jahre gesetzt? Wo wollt ihr hin?
RH: Wir würden gerne das TV Format weiter ausbauen. Wir haben eine Anfrage von einem lokalen TV Sender ob wir bei ihnen eine richtige Late Night Talk Show produzieren wollen. Des weiteren haben wir vor, mit der Show auf Reise zu gehen, wie jetzt auch schon in London, um Designer aus aller Welt zu interviewen. In fünf Jahren sind wir hoffentlich die Weltmarktführer wenn es um junge Modedesigner geht.
NB: Wie relevant ist für euch der nicht-deutsche Markt, welche Pläne habt ihr außerhalb von Deutschland?
RH: Mode ist eine Industrie die global ist, aber nicht wirklich globalisiert. Sprich, jeder trägt Kleider, die am anderen Ende der Welt produziert werden und hier angezogen. Es gibt viele große Labels weltweit, aber sie diktieren die Trends.Globalisiert würde bedeuten, dass ich als Franzose ein schönes Teil aus Indien beziehen kann mit schönen indischen Mustern. Erst dann wäre der Markt wirklich globalisiert und mein Outfit individuell gestaltet und nicht mehr von irgendwelchen Trends bestimmt. Deshalb sind die Märkte außerhalb Deutschlands sehr wichtig für uns.
NB: Habt ihr noch ein paar Tipps für andere Startups?
RH: Geduld, Geduld, Geduld. Man braucht sehr viel Durchhaltevermögen und starke Nerven. Dafür ist aber der Spaß und Erfolgsfaktor sehr viel höher. Lasst euch auch nicht zu sehr reinreden. Ihr macht das schon
NB: Was begeistert euch besonders am Ecommerce?
RH: Das Potential des Internets ist unglaublich und das ist das faszinierende daran. Heute ist noch nicht abzusehen wie wichtig das Online-Einkaufen in zehn Jahren ist. Alles was wir wissen ist, dass es wichtiger wird, und damit wird auch die Relevanz sehr guter Ecommerce Plattformen wichtiger. Auf diese Herausforderungen und Veränderungen freuen wir uns schon jetzt.
NB: Was seht ihr für Entwicklungen in den nächsten Jahren im Ecommerce?
RH: Mehr und mehr Leute werden ihre Einkäufe über das Internet tätigen und die Relevanz richtig guter Plattformen wird wachsen. Die Menschen werden wählerischer werden und sich intensiver in sozialen Netzen austauschen. Die einwandfreie Funktion, die schnelle Bedienung und die intuitive Nutzung der Medien wird im Vordergrund stehen. Die Grenzen der Technik werden immer weiter verschwinden und die Anforderung nach Individualisierung steigen. Mit einem modularen Grundaufbau und der Nutzung von den neusten Technologien sehen wir dieser Entwicklung voller Freude entgegen!
NB: Was erhofft ihr euch von der e-challenge?
RH: Wir würden uns wünschen interessante Leute kennenzulernen, die sich von unserer Idee anstecken lassen und uns helfen wollen Nelou in aller Munde (auf alle Bildschirme) zu bringen. Da ist Geld natürlich sehr willkommen, aber auch tatkräftige Unterstützung an allen anderen Fronten!
NB: Ich danke dir für das Gespräch.
RH: Gerne.