„Die Nominierung im e-challenge-Wetbewerb war bis dato der größte Erfolg für uns“ – e-challenge Vorrunden Gewinner Adrian Thoma von sellaround im Interview
Adrian Thoma ist Geschäftsführer der Maria GmbH. Mit sellaround.net hat er ein Social-Selling-Portal geschaffen, mit dem der Kunde Verkaufs-Widgets erstellen kann. Die Widgets sind Minishop und Banner in einem. Produktpräsentation, Bezahl- als auch Bestellvorgang – kein Problem für ein Widget. Außerdem können sie auch problemlos in moderne Kommunikationskanäle eingefügt werden. Mit seiner Idee konnte er die Jury der e-challenge überzeugen und sicherte sich den Einzug in das Finale des Startup-Contests mit Fokus auf Ecommerce Innovationen.
NB: Beschreib noch einmal kurz in einem Satz, was ihr macht.
AT: Sellaround.net wird ein Social Selling Portal mit dem User auf einfachste Art und Weise Verkaufs-Widgets generieren, diese im Netz streuen (lassen) und dadurch Geld verdienen können.
NB: Wie ist euer Unternehmen entstanden?
AT: Entwickelt wird Sellaround.net derzeit von der Maria GmbH aus Stuttgart. 2008 haben wir gegründet und sind in unserer Unternehmensgruppe Top21 für die Themen digitalen Medien, E-Learning sowie Onlinevermarktung zuständig.
NB: Wer steckt genau dahinter?
AT: Mein Name ist Adrian Thoma. Ich habe die Maria GmbH zusammen mit meinem Kollegen Jens Schmelzle und dem Geschäftsführer von Top21 Christoph Bertsch gegründet.
NB: Was war bisher das beeindruckendste Erlebnis, euer größter Erfolg?
AT: Da wir mit Sellaround noch in der Entwicklungsphase stecken und der Release erst für August 2010 geplant ist, ist sicherlich die Nominierung im Rahmen des e-challenge-Wettbewerbs der größte Erfolg bis dato. Vielen Dank an der Stelle.
NB: Was waren die größten Herausforderungen oder die größte Niederlage bzw. Zweifel?
AT: Die größte Herausforderung ist und war die Finanzierung. Wir sind eine Cashflow-finanzierte Firma ohne Investoren im Rücken, d.h. dass wir Eigenentwicklungen wie Sellaround.net komplett aus eigener Tasche bezahlen.
NB: Wodurch unterscheidet ihr euch von anderen Ecommerce Unternehmen, ganz konkret euren Mitbewerbern? Was macht ihr besser?
AT: Wir denken, dass wir mit Sellaround.net am Zahn der Zeit sind, weil wir im Grunde genommen Werbebanner und Mini-Shop in einem Widget zusammenführen. Und das mit vollen Social-Sharing-Funktionen.
NB: Was glaubt ihr, macht euren Erfolg aus?
AT: Sellaround.net wird ein einfaches und intuitives Bedienkonzept zu Grunde legen. Wir haben uns bewusst dazu entschieden umfangreiche Funktionen, die ein Webshop bietet, wegzulassen, um den Fokus aufs Motto „One Product. Quick Sale“ zu legen. Das soll nicht lange dauern, das muss on the fly gehen. Und das wird es auch. Ganz nach dem Twitter-Motto: Fokussieren auf eine einfache und beschränkte Kernfunktionalität. Und die richtig machen.
NB: Was braucht ihr, um noch erfolgreicher zu werden?
AT: Noch sind wir ja gar nicht erfolgreich. Im Ernst: Wir brauchen Zeit, Geld und Kreativität für immer wieder neue Ideen, die das Portal und seine Services besser machen. Wir werden im August mit einer Basis-Version starten und werden dann nach und nach Zusatzfeatures implementieren. Z.B. eine Integration in Open-Source Ecommerce-Systeme oder die Bereitstellung einer API usw.
NB: Was habt ihr euch für Ziele für die nächsten fünf Jahre gesetzt? Wo wollt ihr hin?
AT: In fünf Jahren wollen wir Sellaround.net als offene Plattform etabliert haben. Sellaround.net soll dann zwar noch die Basis sein für das einfache Erstellen von Verkaufs-Widgets, ich denke die Zukunft liegt aber in der Bereitstellung dieses Assets für Drittsysteme.
NB: Wie relevant ist für euch der nicht-deutsche Markt, welche Pläne habt ihr außerhalb von Deutschland?
AT: Sellaround.net macht keinen Halt vor Landesgrenzen, das zeigt auch, dass wir mit einer internationalen Version starten. Konkrete Vermarktungspläne gibt es nur in Ansätzen, jetzt müssen wir erstmal noch unsere Hausaufgaben in der Produktentwicklung erledigen.
NB: Habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps für andere Startups?
AT: Eigenkapitalfinanzierung und das Hoffen auf Investoren und Business Angels kann, muss aber nicht immer die erste Wahl sein. In unserem Fall war das bewusst nicht die erste Wahl, wir mussten von Anfang an mit schwarzen Zahlen arbeiten. Das macht das Ganze von Grund auf realistischer und ich denke auch die ein oder andere Idee wird zwangsläufig marktorientierter.
NB: Was begeistert euch besonders am Ecommerce?
AT: Das ist die Zukunft!
NB: Was seht ihr für Entwicklungen in den nächsten Jahren im Ecommerce?
AT: Wir glauben, dass es mehr Open-Source, mehr Mobile und mehr Social geben wird. Vor allem aber wird der Trend dahin gehen, dass in diesem Bereich sehr viel mehr Umsatz gemacht werden wird.
NB: Was erhofft ihr euch von der e-challenge?
AT: Reichweite und eine Top-Platzierung!
NB: Dann hoffe ich, dass sich genau das für euch erfüllt und ich bedanke mich für das Interview.
AT: Ich danke dir.

