„Eine Gründung ist ein ständiges Wechselbad der Gefühle“ – e-challenge Vorrunden-Gewinner Manuel Apitzsch von Hotelsnapper im Gespräch

Manuel Apitzsch ist Geschäftsführer der Hotelsnapper Gmbh, dem Hotelpreis-Verhandlungsportal. Ein Hotelzimmer genau nach deinen Wünschen? Hotelsnapper besorgt es dir. Dafür tritt es mit verschiedenen Hotels in Verbindung und sucht genau das Hotel, das am besten deinen Wünschen entspricht.

Geschäftsführer der Hotelsnapper GmbH Manuel Apitzsch

Geschäftsführer der Hotelsnapper GmbH Manuel Apitzsch

NB: Manuel, beschreib bitte kurz in einem Satz, was Hotelsnapper ganz genau macht.

MA: Wir entwickeln das erste Hotelpreisverhandlungsportal Deutschlands: Die Hotelsnapper GmbH.

NB: Wie ist euer Unternehmen entstanden?

MA: Ein Freund von mir ist ziemlich oft international auf Geschäftsreise unterwegs und entscheidet immer sehr pragmatisch, in welchem Hotel er absteigt. Der Preis, die Klassifizierung und die Lage sind seine Hauptkriterien. Hin und wieder ruft er auch bei den Hotels an und handelt seinen Preis aus. – Nun dachte er sich, dass man das doch auch automatisiert können sollte. Aber beinahe drohte dieser Idee das Schicksal der wahrscheinlich meisten guten Ideen: Sie werden nicht weiterverfolgt. Doch an einem Abend haben wir bei einem gemeinsamen Kneipenbesuch so lange darüber gesprochen, dass wir begonnen haben, sie gemeinsam weiter zu spinnen und einen Businessplan zu schreiben – die Grundlage der heutigen Hotelsnapper GmbH.

NB: Wer steckt denn genau hinter der Hotelsnapper GmbH?

MA: Finanziert wird das Projekt vom Mehrheitsgesellschafter Manuel Apitzsch bzw. seinem Unternehmen, der Apitzsch Media GmbH. Neben ihm sind noch der Ideengeber, Moritz Herrmann, der Co-Autor des Businessplans Martin Blöchinger, sowie die beiden Mitarbeiter Michael Waldner und Sebastian Rüll beteiligt.

NB: Was war bisher das beeindruckendste Erlebnis, euer größter Erfolg?

MA: Unser größter Erfolg war bislang der Zuspruch, den wir sowohl von den Hoteliers, als auch von den Endkunden erhalten haben. So hören wir häufig von der Hotelseite „Ihr habt das Problem der Hotellerie erkannt – wir freuen uns drauf!“ oder von den Endkunden „Prima. Ob auf dem Hotel später Maritim, Interconti oder Steigenberger steht, ist mir eigentlich egal – Hauptsache Preis, Qualität und Lage stimmen.“

NB: Was waren die größten Herausforderungen oder die größte Niederlage/ Zweifel?

MA: Eine große Herausforderung ist momentan sicherlich der Ausbau der eigenen IT-Abteilung. Gute Entwickler zu finden ist nicht einfach. Die Guten machen sich meist selbständig und haben selten Lust auf nur ein Projekt. Aber wir sind dran und werden auch diese Hürde nehmen. Wirkliche Niederlagen hatten wir bislang glücklicherweise noch nicht.

NB: Wodurch unterscheidet ihr euch von anderen Ecommerce Unternehmen und ganz konkret von euren Mitbewerbern? Was macht ihr besser?

MA: Es gibt in diesem Segment in Deutschland eigentlich kaum Wettbewerb. Vereinzelt gibt es Angebote für „Glückshotels“, „Hotelroulette“, oder auch „ Top Secret Hotels“ … Hier geben wir den Kunden aber neben einer Qualitätsgarantie (keines der buchbaren Hotels hat eine durchschnittliche Gästebewertung von weniger als 75%) auch die Möglichkeit, wirklich jedes Hotel in Deutschland anzufragen – Nicht nur Partnerhotels des Vermittlers. Somit kann der Buchungskunde auch seinen gewünschten Zielort innerhalb einer Stadt recht genau eingrenzen.

NB: Was glaubt ihr, macht euren Erfolg aus?

MA: Ich glaube an die Idee und daran, dass wir es schaffen können, sowohl den Hotels als auch den Buchungskunden damit einen echten Mehrwert zu bieten. Aber neben der Idee ist eben auch das Team entscheidend. Und für den Start konnte ich mit Michael Waldner für das Marketing und Sebastian Rüll für die IT zwei wirklich gute Jungs gewinnen, die auch unternehmerische Erfahrung mitbringen. Auch ich selbst habe bereits zwei recht erfolgreiche Gründungen hinter mir und kann aus diesen Projekten Erfahrung einbringen.

NB: Was braucht ihr, um noch erfolgreicher zu werden?

MA: Viele Hotels … und noch viel mehr Buchungskunden.

NB: Was habt ihr euch für Ziele für die nächsten fünf Jahre gesetzt? Wo wollt ihr hin?

MA: In den nächsten 5 Jahren wollen wir im europäischen Internet eine etablierte Größe in der Hotelpreisverhandlung erreichen.

NB: Wie relevant ist für euch der nicht-deutsche Markt, welche Pläne habt ihr außerhalb von Deutschland?

Map-Hotelsnapper

Hotelsnapper-Map

MA: Der nicht-deutsche Markt hat eine hohe Relevanz für uns. Österreich und die Schweiz sind natürlich allein durch die gleiche Sprache und eine ähnliche Mentalität ein recht naheliegendes Expansionsfeld. Aber schon die Tatsache, dass Hotels und insbesondere Hotelketten oft sehr international aufgestellt sind, fordert von uns, gemeinsam mit den Hotelpartnern recht schnell über Deutschlands Grenzen hinauszuwachsen. Das Geschäftsmodell und die Software sind skalierbar, und die Überschreitung von Ländergrenzen ist hier auch von der Komplexität her überschaubar.

NB: Habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps für andere Startups?

MA: Ich glaube, das Wichtigste zum Start ist ein guter Businessplan – gar nicht mal für potenzielle Investoren, sondern vor allem für sich selbst. Man sollte sich hierfür Zeit nehmen und möglichst sauber recherchieren. Während des Schreibens kann man schon recht viele kritische Fragen beantworten und Risiken bewerten, von denen man dann im Markt nicht mehr überrascht werden kann.
Eine Gründung ist ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Der guten Nachricht folgt unmittelbar die schlechte … Man darf sich jedoch nicht entmutigen lassen und sollte hin und wieder erfahrene Leute nach deren Meinung fragen. Die Chance ein produktives Feedback zu bekommen ist größer als die Gefahr, dass der Gesprächspartner einem die Idee stiehlt.

NB: Was begeistert euch besonders am Ecommerce?

MA: Die Reichweite und die Transparenz. Man kann theoretisch jeden Internetnutzer weltweit erreichen und das auch transparent nachvollziehen. Durch die Fülle der Zahlen, die man mit jedem Besuch, Kauf oder auch Kaufabbruch erhält, ergeben sich eine Menge Optimierungsmöglichkeiten. Auch für die Online-Vermarktung der eigenen Seite ist die Transparenz eine feine Sache. So lässt sich eben im Gegensatz zu klassischen Medien recht einfach und unmittelbar feststellen, ob sich eine Werbung gelohnt hat oder eben nicht.

NB: Was seht ihr für Entwicklungen in den nächsten Jahren im Ecommerce?

MA: Ich denke, dass die großen Händler wie Amazon oder Apple noch größer werden und auch Google stärker in den Ecommerce einsteigen wird. Wahrscheinlich wird auch Facebook bald das Potenzial erkennen und über die Werbung hinaus in tiefere Wertschöpfungsstufen einsteigen. Dabei nehmen die Preistransparenz und die Verhandlungsbereitschaft der Hersteller durch die händlerseitige Bündelung von Nachfrage sicherlich weiter zu. Amazon macht hier nichts anderes als ein Shopping-Club oder ein Couponing-Dienst. Diese Unternehmen generieren und bündeln eine hohe Nachfrage und drücken damit die Preise. Diese Vorgehensweise wird in den nächsten Jahren eine noch größere Rolle spielen – natürlich auch im mobile commerce.

NB: Was erhofft ihr euch von der e-challenge?

MA: Wir erhoffen uns von der e-challenge im Kern Bekanntheit. Bekanntheit aufzubauen ist nicht einfach bei der Vielzahl von Online-Angeboten. Sicherlich kann der Preis für den ersten Platz hier als Investition in die Bekanntheit und den Markenaufbau einen großen Beitrag leisten. Aber auch die Aufmerksamkeit, die durch den Wettbewerb selbst entsteht, ist wertvoll für uns. Darüber hinaus freue ich mich natürlich drauf, die anderen Teilnehmer kennenzulernen, mehr über sie zu erfahren und vielleicht von ihnen lernen zu können.

NB: Vielen Dank für das Interview und viel Glück für das Finale.

MA: Gerne.

2 Comments

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