„Kunden wollen keine Produkte, sondern Lösungen“ e-challenge-Finalist Klaus Gildhorn von paymorrow
Klaus Gildhorn ist Geschäftsführer der paymorrow GmbH, einem Rechnungsservice für Online-Händler. Paymorrow wickelt den kompletten Bezahlvorgang „Rechnungskauf“ für seine Kunden ab und garantiert dabei eine 100%ige Zahlungsgarantie.
NB: Klaus, beschreib bitte kurz in einem Satz, was paymorrow macht.
KG: Wir ermöglichen es Online-Shops, die risikoreiche Bezahlart „Rechnungskauf“ über unseren Service komplett auszulagern. Dabei erledigen wir nicht nur die gesamte operative Abwicklung, sondern decken mit unserer 100%igen Zahlungsgarantie auch noch das gesamte Risiko des Händlers ab.
NB: Wie ist euer Unternehmen entstanden?
KG: Die Idee ist letztendlich die Essenz aus einer Reihe von Beratungsprojekten, die wir zuvor bei verschiedenen Dienstleistern der Kreditmanagement-Branche realisierten.
Wir haben analysiert, an welchen neuralgischen Punkten im Wachstumsmarkt Ecommerce noch starkes Optimierungspotenzial besteht. Dabei sind wir sehr schnell auf das Thema „sicheres Bezahlen“ gestoßen. Und mit unserem Konzept „paymorrow“ decken wir in dieser Hinsicht sowohl die Bedürfnisse der Händler, als auch deren Käufer voll ab.
NB: Wer steckt genau hinter paymorrow?
KG: Die paymorrow GmbH wurde im April 2008 als Joint Venture der Blueconomy GmbH (Strategie und operative Umsetzung) und der Wipfler Consulting GmbH (Investor und IT – Mentor) gegründet.
NB: Was war bisher das beeindruckendste Erlebnis, euer größter Erfolg?
KG: Das beeindruckendste Erlebnis war der Gewinn unseres allerersten Preises, als wir vom Cyberforum letztes Jahr zum Cyberchampion in der Kategorie Newcomer gekürt wurden.
Der bislang größte Erfolg ist für uns das Zwischenergebnis nach den ersten 12 Monaten Live-Betrieb: Wir konnten bislang mehr als 1.000 Online-Händler für unsere Idee gewinnen und haben mehr als 250.000 Käufer, die bereits über paymorrow die Rechnung im Internet nutzen.
NB: Was waren die größten Herausforderungen oder die größte Niederlage?
KG: Die größte Herausforderung war, sozusagen als Neugründung und „First Mover“ bei den Händlern das Vertrauen in unsere Dienstleistung zu gewinnen. Dass kurz vor unserem Going-live ein ähnlich ausgerichtetes Projekt leider den Betrieb einstellen musste, steigerte damals nicht unbedingt das Vertrauen der Online-Händler in die Idee.
NB: Wodurch unterscheidet ihr euch von anderen Ecommerce Unternehmen, ganz konkret euren Mitbewerbern? Was macht ihr besser?
KG: Wir sehen uns als First Mover in diesem Segment. Das bedeutet einerseits, dass wir eigentlich alles „from scratch“ aufbauen mussten. Da wir kein „CopyCat“ sind, bestimmen wir andererseits unsere Schwerpunkte und unsere Strategie vollkommen nach unseren Prioritäten. Das verschafft uns natürlich immer einen mehr oder weniger großen Vorsprung am Markt, den unsere Kunden sehr wohl zu schätzen wissen.
NB: Was glaubt ihr, macht euren Erfolg aus?
KG: Wir sind immer bestrebt im Interesse unserer Kunden noch besser zu werden. Innovation ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Daher sind wir auch stets damit beschäftigt, unsere Services sowohl auf Händler- als auch auch auf Käufer-Seite auszubauen. Wir sind schnell und unabhängig und können daher unsere Ideen flexibel und zügig umsetzen.
NB: Was braucht ihr, um noch erfolgreicher zu werden?
KG: Einen gezielten Ausbau unserer Ressourcen, um noch schneller unsere geplanten Erweiterungen und vor allem die innovativen Ideen umzusetzen, die wir gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln.
Ganz besonders wichtig ist es für uns auch, das Team mit weiteren unternehmerisch denkenden Spezialisten zu ergänzen, die engagiert das Wachstum von paymorrow mitgestalten wollen.
NB: Was habt ihr euch für Ziele für die nächsten fünf Jahre gesetzt? Wo wollt ihr hin?
KG: Wir wollen eine der führenden Bezahlarten werden. paymorrow soll bei Händlern und Käufern als Synonym für den fairen Handel im Internet bekannt sein, die Marke paymorrow für außerordentliche Qualität und Vertrauen stehen.
NB: Wie relevant ist für euch der nicht-deutsche Markt, welche Pläne habt ihr außerhalb von Deutschland?
KG: Der deutsche Markt hat für uns aktuell noch die höchste Priorität. Aufgrund der wachsenden Nachfrage bereiten wir zusätzlich entsprechende Projekte in einzelnen Nachbarländern vor. Diese sollen in den nächsten Monaten starten.
NB: Habt ihr noch ein paar Tipps für andere Startups?
KG: Ganz besonders wichtig sind gute Netzwerke, vielleicht auch die Möglichkeit gerade in der Startphase über diese Netzwerke mit einem Mentor zu arbeiten.
Man sollte immer den Markt und dessen Bedürfnisse im Auge behalten, denn Kunden wollen keine Produkte, sondern Lösungen. Begeisterte Kunden sind die besten Multiplikatoren.
Sehr wichtig ist auch eine klare Positionierung und eine konsequente Ausrichtung entsprechend der Planung.
NB: Was begeistert euch besonders am Ecommerce?
KG: Der Ecommerce unterliegt auf Grund seiner offenen und heterogenen Struktur einem stetigen und vor allem schnellen Wandel und stellt daher immer wieder neue Herausforderungen. Hier sind Kreativität und innovative Lösungen gefragt.
NB: Was seht ihr für Entwicklungen in den nächsten Jahren im Ecommerce?
KG: Es werden noch mehr Leistungen aus der realen Welt in die Virtuelle portiert und es werden noch mehr Services vollkommen neu geschaffen. Es wird zunehmend Konzepte geben, die bereits mit vergleichsweise kleinen Zielgruppen profitabel betrieben werden. Das führt zu einer weiteren Spezialisierung bis hin zur vollkommenen Individualisierung.
Neben den content-getriebenen Entwicklungen wird sich vor allem die Infrastruktur und Verfügbarkeit des Netzes dramatisch fortentwickeln.
NB: Was erhofft ihr euch von der e-challenge?
KG: Wir freuen uns auf das Feedback zu unserer Geschäftsidee und vor allem auch auf die Resonanz, die unser Konzept bei Händlern, Käufern, Fachleuten und Investoren hervorruft.
Und natürlich sind wir auch angetreten, um zu gewinnen.
NB: Dann wünsche ich euch dabei viel Glück.
KG: Vielen Dank.


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